Antibiotika: Mit richtigem Umgang schnell gesund werden

Bei einem bakteriellen Infekt wird häufig ein Antibiotikum verschrieben. Das hochwirksame Arzneimittel unterstützt den Körper und sorgt dafür, dass die Heilung schnell vorangeht. Hier finden Sie Informationen zur Medikamentierung, zum Krankheitsverlauf, möglichen Nebenwirkungen und wichtige Tipps zur Nachsorge.

Antibiotikum verschrieben – was jetzt?

Wenn Sie nach einem bakteriellen Infekt ein Antibiotikum verschrieben bekommen und mit der Einnahme beginnen, gibt es eine gute Nachricht vorweg: In der Regel wirkt das Antibiotikum sehr schnell: Da es punktuell eingesetzt wird, wird die Krankheit häufig zügig eingedämmt und bei vielen Patienten nimmt die Intensität der Symptome bereits nach wenigen Tagen ab. Im Gegensatz zum viralen Infekt, der rund 90 Prozent der Entzündungserkrankungen ausmacht, nisten sich bei dieser Form der Infektion Bakterien in den Körper ein, zerstören Zellgewebe und sind dabei gleichzeitig in den Körperzellen vorhanden, was sich in Form einer eitrigen Flüssigkeit äußert.

Im Kampf gegen Gut und Böse

Das Antibiotikum wirkt nun auf vielfältige Weise im Körper und findet für verschiedene Krankheiten unterschiedliche Anwendungen: Bei einer Mandel- oder Lungenentzündung lösen Bakterizide die Wände der Bakterien auf, sodass der Zellinhalt frei wird und vom Körper über den Stoffwechsel abgebaut werden kann. Andere Antibiotika unterbrechen den Vermehrungszyklus der Bakterien und dämmen so die Krankheit ein – beispielsweise bei Borreliose oder Keuchhusten. Dabei sucht sich das Medikament seinen Weg, sodass es an dem Ort wirkt, wo sich die Krankheit im Moment befindet.

Mögliche Nebenwirkungen nach Einnahme

Obwohl ein Antibiotikum als hochwirksames Arzneimittel den Körper unterstützt und dafür sorgt, dass die Heilung schnell vorangeht, wird es dennoch nur selten verschrieben. Als Bakterizid bekämpft ein Antibiotikum nicht nur die entzündungsfördernden Bakterien, sondern auch jene, die zur Funktion unseres Körpers beitragen. Insbesondere können davon Bakterien im Magen, im Darmtrakt und der vaginalen Flora betroffen sein. Mit dem Abbau der natürlichen Bakterienbarrieren, kann das natürliche Abwehrsystem geschwächt werden, was Magen-Darm-Beschwerden oder Pilzinfektionen zur Folge haben kann – deshalb ist auf eine effiziente und rationelle Antibiotikabehandlung zu achten. Sollten sich bei Ihnen Nebenwirkungen dieser Art zeigen, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung.

Wenn es immer noch nicht besser wird

Trotz Antibiotikabehandlung kann die Infektion einen unerwarteten Verlauf nehmen. Manchmal wird dann auch eine nachträgliche Behandlung im Krankenhaus notwendig. Wenn das Antibiotikum also keine Wirkung zeigt, die Symptome der Krankheit trotz Einnahme stärker werden oder der gesundheitliche Zustand sich insgesamt deutlich verschlechtert, ist eine weiterführende Untersuchung in der Praxis notwendig.

Geben Sie Ihrer Krankheit den Rest!

Häufig kommt es jedoch vor, dass sich bei Patientinnen und Patienten bereits nach drei bis fünf Tagen Besserung einstellt. Wer sich früh wieder gesund fühlt, bei dem ist es von großer Bedeutung, dass das Arzneimittel auch weiterhin eingenommen wird. Häufig ist der Bakterienherd, der für die unangenehme Entzündung verantwortlich ist, auch dann noch da, wenn Sie sich bereits wieder vollständig gesund fühlen. Wer nun jedoch aufhört, das Medikament einzunehmen, bei dem wird die Krankheit nur teilweise behandelt – das heißt, es ist möglich, dass die Entzündungsstoffe nicht vollständig abtransportiert werden und die krankheitserregenden Bakterien die Oberhand zurückgewinnen.

Schonen Sie Ihren Körper!

Auch jetzt noch benötigt der Körper Schonung und vor allem leichte und vitaminreiche Kost wie Gemüse, frisches Obst oder Hühnerbrühe. Als Getränke eignen sich Vitamin C-haltige Säfte sowie verschiedene Kräutertees und Mineralwasser. Auf blähende Speisen sowie Alkohol und Koffein sollte möglichst verzichtet werden. Um die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken, empfehlen sich warme Bäder mit ätherischen Ölen wie Lavendel oder Rosmarin als Badezusatz. Generell sollte der Körper warmgehalten werden, etwa durch warme Kleidung oder Decken.

Nachsorge: Gönnen Sie sich etwas Ruhe

Nach der erfolgreichen Anwendung des Medikaments ist die Entzündungsaktivität im Körper nun vollständig abgeklungen und die Krankheit überstanden. Wichtig ist, dass Sie sich und Ihren Körper jetzt nicht sofort wieder überlasten: Gerade bei einer bakteriellen Infektion ist eine umfangreiche Nachsorge von großer Bedeutung. Einerseits soll damit verhindert werden, dass die Infektion noch einmal aufflammt und dann vielleicht zu Komplikationen führt. Andererseits sollte der durch die Infektion geschwächte Körper regenerieren, um ihn wieder für die Anforderungen des Alltags belastbar zu machen. Dabei spielt die Stärkung des Immunsystems eine wichtige Rolle. Dazu gehören eine gesunde Ernährung mit ausreichender Trinkmenge, viel Schlaf und genügend Bewegung.

Lassen Sie die Erkrankung komplett ausheilen

Es ist noch eine Restmenge des Antibiotikums übriggeblieben? Dann empfiehlt es sich, das Medikament bis zum Schluss aufzubrauchen – auch wenn man sich bereits jetzt vollständig genesen fühlt. Im Fall, dass der Bakterienherd noch nicht vollständig aufgelöst ist, kann ein Krankheits-Rückfall drohen – und das kann Folgen für Ihre gesundheitliche Zukunft haben: Durch resistent gewordene Bakterien kann das Antibiotikum bei der nächsten Anwendung womöglich nicht mehr seine volle Kraft entfalten oder überhaupt nicht mehr wirken. Wer sich trotzdem unsicher ist, ob er die verbliebene Arznei einnehmen soll, kann seinen Arzt bzw. seine Ärztin um Rat fragen.

Bleiben Sie gesund!

Um eine bakterielle Infektion auch zukünftig vorzubeugen, genügt in den meisten Fällen schon ausreichende Körperhygiene. Viele Krankheitserreger, mit denen man im Alltag in Kontakt kommt, lassen sich durch regelmäßiges, gründliches Händewaschen beseitigen. Auch bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln sind entsprechende Hygienemaßnahmen wichtig. Gegen manche bakteriellen Erkrankungen stehen inzwischen auch Impfungen zur Verfügung.